Renée Sintenis
Renée Sintenis wurde am 20. März 1888 als Renate Alice Sintenis in Glatz (Schlesien) geboren. Noch im selben Jahr zog die Familie von Glatz nach Neuruppin. Hier verbrachte sie ihre Kindheit und prägende Jahre ihrer Jugend. Das Leben in der ländlichen Gegend beeinflusste stark ihre späteren Werke. Bereits während ihrer Schulzeit nahm sie Zeichenunterricht.
Im Jahr 1905 zog sie nach Berlin um. Nach der Schulzeit begann Sintenis ein Studium in Dekorativer Plastik in Berlin. Als Frau hatte sie keinen Zugang zu einer Kunstakademie und musste so auf eine Kunstgewerbeschule ausweichen.
Um 1910 lernte sie den Bildhauer Georg Kolbe kennen. Seine Arbeiten inspirierten sie, sich selber mit der Bildhauerei zu beschäftigen. Schnell knüpfte sie Kontakte zu anderen Künstlerinnen und Künstlern. 1917 heiratete Sintenis den Maler und Illustrator Emil Rudolf Weiß. In den 1920er Jahren nahm ihre Bekanntheit zu und sie wurde zu international geschätzten Künstlerin mit Ausstellungen in London, New York und Rotterdam.
1931 wurde sie an die Akademie der Künste in Berlin berufen, jedoch wenige Jahre später aufgrund ihrer jüdischen Großmutter wieder ausgeschlossen. Sie und Weiß hatten zudem mit beträchtlichen Einschränkungen zu kämpfen. Einige Werke von ihr wurden als “entartete” Kunst diffamiert. Der Verlust ihres Ehemanns 1942, die Zerstörung ihres Ateliers und der Verlust fast ihres gesamten Besitzes infolge von mehreren Bombenangriffen führten zu einer materiellen und seelischen Krise.
In den Nachkriegsjahren konnte sie wieder an die Erfolge der Weimarer Zeit anknüpfen. Sie erhielt 1953 das Bundesverdienstkreuz und wurde 1955 zur ordentlichen Professorin an der Akademie der Künste ernannt.
Renée Sintenis starb 1965 im Alter von 77 Jahren in Berlin.
Auf einen Blick
Renée Sintenis (1888-1965) ist eine der bekanntesten Bildhauerinnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aufgewachsen in Neuruppin, betonte sie Zeit ihres Lebens, wie sehr ihr künstlerisches Werk von ihrer Kindheit und Jugend in der brandenburgischen Stadt geprägt wurde. Hier entdeckte sie ihre Liebe zu Tieren, deren Darstellung ab 1915 zu ihrem Markenzeichen wurde. Der „Berliner Bär“ ist sicher die populärste Plastik, die die Künstlerin schuf. Bis heute wird der Entwurf als Preis der Berlinale, der Internationalen Filmfestspiele Berlin, vergeben.

